R5.2.3  Ersatzzeiten für Kindererziehung

Zeiten der Kindererziehung werden im Ausmaß von höchstens 48 (60 bei Mehrlingsgeburten) Kalendermonaten nach der Geburt des Kindes (bei Übernahme der unentgeltlichen Pflege eines Kindes nach dem 31.12.1987 die folgende Zeit der Kindererziehung) als Ersatzzeit berücksichtigt, wenn eine Beitragszeit irgendwann vorangeht oder nachfolgt. Hierbei werden Beitragszeiten in einem Mitgliedstaat den österreichischen Beitragszeiten gleichgestellt.
Kindererziehungszeiten werden nur jener Person angerechnet, die das Kind tatsächlich und überwiegend erzogen hat.
Liegt die Geburt (Adoption, Übernahme der unentgeltlichen Pflege) eines weiteren Kindes vor Ablauf der 48 Kalendermonate, enden die Ersatzzeiten für das ältere Kind mit der neuerlichen Geburt (Adoption, Übernahme der unentgeltlichen Pflege).
Für die Anerkennung von Kindererziehungszeiten vor dem 01.01.1956 muss zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes auch der Wohnsitz in Österreich gelegen sein.
Der Erziehung eines Kindes in Österreich sowie dem Wohnsitz in Österreich im Zeitpunkt der Geburt steht die Erziehung bzw. der Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat gleich.
Voraussetzungen hierfür sind:
 
die berechtigte Person ist Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates, Staatenloser oder Flüchtling und
 
während oder vor der Erziehung des Kindes ist oder war die berechtigte Person nach österreichischen Rechtsvorschriften versichert oder
 
es besteht Anspruch auf eine Leistung aus der Krankenversicherung vor oder während der Erziehung des Kindes oder
 
es wird eine Leistung nach Kinderbetreuungsgeldgesetz bezogen.
Die Gleichstellung endet, wenn die Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates (Art. 11 ff. EWGV 883/2004) gelten.
Der Umfang der maximal anzuerkennenden Ersatzzeiten wegen Kindererziehung erfolgt für
 
Leistungsfälle ab 31.12.1992
bis zu einer Höchstdauer von 48 Kalenderjahren nach der Geburt
- unabhängig vom Geburtszeitpunkt des Kindes -
 
Leistungsfälle vor 01.01.1993
nur für weibliche Versicherte für die Dauer von 12 Kalendermonaten für ab 01.01.1971 lebend geborene Kinder; bei Geburten ab 01.07.1990 bis 31.12.1992 für 24 Kalendermonate.
Für Kinder, die ab 01.01.2002 geboren sind, werden maximal die ersten 24 Kalendermonate der Kindererziehung (18 Kalendermonate bei Pensionsstichtagen bis 31.12.2003) als Pflichtbeitragszeiten für den Anspruch berücksichtigt, wenn während dieser Zeit Kinderbetreuungsgeld nach dem Kinderbetreuungsgeldgesetz bezogen wurde.
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